Stiftung Warentest E-Mail-Anbieter 2026: Testsieger und sichere Alternativen
Stiftung Warentest hat in Ausgabe 9/2026 18 E-Mail-Tarife von 10 Anbietern geprüft. Vorn liegen zwei kleine Datenschutz-Anbieter für 1 € im Monat. Stiftung Warentest hat allerdings nur einen Teil des Marktes getestet. Bekannte Anbieter wie mail.de aus Deutschland oder Mailfence aus Belgien waren nicht dabei. Wir zeigen alle bekannten Noten und stellen den Testsiegern ergänzend Alternativen gegenüber, die nicht im Test waren.
1. Die Testsieger: Posteo und Mailbox.org
Testsieger. Privatsphäre 1,4, beste App-Bewertung im Test.
Einrichtung 0,8 (bester Einzelwert). Support nur mittelmäßig.
Posteo und Mailbox.org sind kleine Berliner Anbieter. Beide leben nur von der Gebühr ihrer Kunden und zeigen deshalb keine Werbung. In der Privatsphäre-Wertung kamen beide auf 1,4. Das ist der Grund für den Vorsprung, denn dieser Bereich zählt 30 % der Gesamtnote.
Posteo gewann knapp. Die Web-App bekam ein „sehr gut“ und damit die beste App-Bewertung im Test. Posteo hat außerdem seit August 2025 als erster Anbieter das BSI-Zertifikat nach TR-03108 für sicheren E-Mail-Transport.
Mailbox.org holte bei der Einrichtung eine 0,8, den besten Einzelwert des ganzen Tests. Bei der Nutzung lag der Anbieter bei 1,9. Schwächer war der Support. Wer oft Hilfe braucht, sollte das wissen.
2. Alle Ergebnisse im Überblick
Kostenpflichtige Tarife mit Note „gut“
Beste kostenlose Tarife
Ebenfalls getestet, nur „befriedigend“
Gmail / Google One Basic
Outlook / Microsoft 365 Basic
T-Online Mail M Die genauen Noten dieser Tarife veröffentlicht Stiftung Warentest nur kostenpflichtig auf test.de. Wir nennen hier nur Noten, die öffentlich bekannt sind, und schätzen keine.
3. So hat Stiftung Warentest getestet
Der Haupttest lief von Oktober 2025 bis Januar 2026. Die Verschlüsselung prüften die Tester im Februar und März 2026 noch einmal nach. Die Gesamtnote setzt sich aus vier Bereichen zusammen:
Bei der Sicherheit orientierten sich die Tester an den Technischen Richtlinien des BSI. Sie prüften, welche Formen der Zwei-Faktor-Authentifizierung es gibt, wie streng die Passwortregeln sind und welche Daten die Apps im Hintergrund senden.
Vier Wochen lang zählten die Tester in eigenen Testkonten die Werbemails der Anbieter. Das trifft vor allem die Gratis-Dienste. Web.de schickte aber sogar im bezahlten MailPlus-Tarif Werbung.
Juristen lasen außerdem die AGB und Datenschutzerklärungen. Mängel dort haben kein eigenes Gewicht in der Note, können sie aber abwerten.
4. Warum Gmail, Outlook & Co. abfallen
Die großen Namen landen im Mittelfeld. Gmail, Google One Basic, Outlook und Microsoft 365 Basic kamen nur auf „befriedigend“. Die Technik ist nicht das Problem. Es hapert an der Privatsphäre, und die zählt fast ein Drittel.
Gratis-Postfächer finanzieren sich über Werbung. Laut Datenschutzerklärung werten manche Anbieter dafür Inhalte aus.
Apple, Google und Microsoft können verpflichtet sein, US-Behörden Zugriff auf Konten ausländischer Kunden zu geben.
Kostenlose Tarife bieten 1 bis 15 GB. Bezahlte Tarife bieten 2 bis 100 GB.
Auch die Verschlüsselungs-Spezialisten Proton und Tuta schafften kein „gut“. Das überrascht auf den ersten Blick. Bei Tuta kritisiert der Test, dass kein Abruf per IMAP möglich ist. Outlook, Thunderbird und Apple Mail lassen sich damit nicht nutzen. Wer nur die App des Anbieters verwendet, stört sich daran nicht. Für alle anderen fällt Tuta damit aus. Wer kostenlos, werbefrei und mit IMAP mailen will, findet das zum Beispiel bei mail.de FreeMail Zero. Dazu mehr im Tarifvergleich.
Das Fazit ist einfach: 1 € im Monat, also 12 € im Jahr, bringt mehr Datenschutz als jeder Gratis-Dienst im Test.
5. Sichere Alternativen zu Posteo und Mailbox.org
Stiftung Warentest prüfte 10 Anbieter. Mehrere Anbieter mit Datenschutz-Fokus waren nicht dabei. Die folgenden haben also kein Testurteil, sind aber einen Blick wert, wenn Posteo oder Mailbox.org nicht passen. Zum Beispiel, weil Sie ein kostenloses Postfach ohne Werbung wollen.
Der wichtigste Unterschied zu den Testsiegern: Mit FreeMail Zero gibt es mail.de auch kostenlos und ohne Werbung. Bezahltarife starten bei 0,99 € im Monat. Die Server stehen in Deutschland.
- BSI-Sicherheitskennzeichen
- BSI Hall of Fame 2025 und 2026
- Login per Passkey
- PGP direkt im Webmailer
- DNSSEC und DANE
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
Setzt auf OpenPGP und erlaubt eigene Domains. Die Server stehen in Belgien, also in der EU, aber nicht in Deutschland. Der Gratis-Speicher reicht nur zum Ausprobieren.
Einen Vergleich aller sicheren Anbieter mit Preisen und Funktionen finden Sie in unserem Vergleich sicherer E-Mail-Anbieter.
6. Testsieger oder Alternative? Die Tarife im Vergleich
Ein Testsieg heißt nicht, dass ein Anbieter für jeden das beste Paket ist. Die Note mittelt über alles. Wer nur eine Sache wirklich braucht, etwa Outlook-Anbindung oder einen Gratis-Tarif ohne Werbung, kommt woanders manchmal besser weg. Die Tabelle stellt die Einstiegstarife nebeneinander.
| Tarif | Preis/Monat | Speicher | IMAP | Stiftung Warentest |
|---|---|---|---|---|
Posteo Standard | 1 € | 4 GB | ja | 1,7 |
Mailbox.org Light | 1 € | 2 GB | ja | 1,8 |
| | 0 € | 1 GB | nein | befriedigend |
| | 3 € | 20 GB | nein | befriedigend |
mail.de FreeMail Zero | 0 € | 500 MB | ja | nicht getestet |
mail.de PureMail | 0,99 € | 2,5 GB | ja | nicht getestet |
Werbefrei sind alle sechs Tarife. Stand 09/2026, Angaben der Anbieter. Mailbox.org Light gibt es nur mit Jahreszahlung. Tuta Revolutionary kostet 3 € bei Jahreszahlung, sonst 3,60 €.
Posteo bietet für 1 € das rundeste Paket: 4 GB, IMAP und die beste Testnote. Eine eigene Domain geht aber nicht. Mailbox.org Light ist mit 2 GB knapper. Eigene Domain und Office gibt es erst ab dem Standard-Tarif für 3 € bei Jahreszahlung.
Tuta ist der einzige Anbieter in der Tabelle ohne IMAP. Dafür verschlüsselt Tuta Postfach, Kalender und Kontakte komplett. mail.de FreeMail Zero ist der einzige Tarif hier, der kostenlos, werbefrei und mit IMAP kommt. Die Grenzen: 500 MB Speicher, 25 Mails pro Tag und kein Support. Der zweite Gratis-Tarif von mail.de, FreeMail, hat 1 GB, zeigt aber Werbung.
mail.de PureMail ist mit 0,99 € der günstigste Bezahltarif im Vergleich. Er bringt 2,5 GB, Telefon-Support und die mail.de-App mit Kalender und Onlinespeicher. Darüber gibt es drei größere Tarife bis hin zu unbegrenztem Speicher. Ein Testurteil hat mail.de nicht.
Nachhaltigkeit
Posteo läuft mit Ökostrom von Green Planet Energy und führt seine Konten bei Umweltbank und GLS Bank. Tuta nutzt nach eigenen Angaben 100 % erneuerbare Energie. mail.de setzt ebenfalls auf Ökostrom und pflanzt zusätzlich regional Bäume: einen bis drei pro Jahr und Kunde, je nach Tarif ab PlusMail (2,49 €). Stand September 2026 sind es 215.986 Bäume.
7. Welcher Anbieter passt zu Ihnen?
8. Häufige Fragen zum Stiftung-Warentest-E-Mail-Test
Wer ist Testsieger beim Stiftung-Warentest-E-Mail-Test 2026?
Welche E-Mail-Anbieter hat Stiftung Warentest getestet?
Wie hat Stiftung Warentest die E-Mail-Anbieter bewertet?
Warum schneiden Gmail und Outlook so schlecht ab?
Waren Tuta und Proton im Test?
Wurde mail.de von Stiftung Warentest getestet?
Welcher kostenlose, werbefreie E-Mail-Anbieter unterstützt IMAP?
Sind kostenlose oder kostenpflichtige E-Mail-Anbieter besser?
Welche sicheren Alternativen zu Posteo und Mailbox.org gibt es?
Quelle: Stiftung Warentest, test 9/2026, „E-Mail-Anbieter im Vergleich“ (test.de, 2.9.2026), sowie Berichte von Handelsblatt, WinFuture und Posteo. Wir nennen nur öffentlich berichtete Noten. mailvergleich.de steht in keiner Verbindung zu Stiftung Warentest. Links zu mail.de sind Partnerlinks.