Stiftung Warentest E-Mail-Anbieter 2026: Testsieger und sichere Alternativen

, Gründer & Redakteur seit 2016
Letzte Aktualisierung: 19. September 2026
Lesezeit: ~9 Minuten

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 9/2026 18 E-Mail-Tarife von 10 Anbietern geprüft. Vorn liegen zwei kleine Datenschutz-Anbieter für 1 € im Monat. Stiftung Warentest hat allerdings nur einen Teil des Marktes getestet. Bekannte Anbieter wie mail.de aus Deutschland oder Mailfence aus Belgien waren nicht dabei. Wir zeigen alle bekannten Noten und stellen den Testsiegern ergänzend Alternativen gegenüber, die nicht im Test waren.

1. Die Testsieger: Posteo und Mailbox.org

Platz 1
Posteo Logo
1,7 gut
Posteo Standard
1 € pro Monat

Testsieger. Privatsphäre 1,4, beste App-Bewertung im Test.

Platz 2
Mailbox.org Logo
1,8 gut
Mailbox.org Light
1 € pro Monat

Einrichtung 0,8 (bester Einzelwert). Support nur mittelmäßig.

Posteo und Mailbox.org sind kleine Berliner Anbieter. Beide leben nur von der Gebühr ihrer Kunden und zeigen deshalb keine Werbung. In der Privatsphäre-Wertung kamen beide auf 1,4. Das ist der Grund für den Vorsprung, denn dieser Bereich zählt 30 % der Gesamtnote.

Posteo gewann knapp. Die Web-App bekam ein „sehr gut“ und damit die beste App-Bewertung im Test. Posteo hat außerdem seit August 2025 als erster Anbieter das BSI-Zertifikat nach TR-03108 für sicheren E-Mail-Transport.

Mailbox.org holte bei der Einrichtung eine 0,8, den besten Einzelwert des ganzen Tests. Bei der Nutzung lag der Anbieter bei 1,9. Schwächer war der Support. Wer oft Hilfe braucht, sollte das wissen.

2. Alle Ergebnisse im Überblick

Kostenpflichtige Tarife mit Note „gut“

1. Posteo Logo
Testsieger. Privatsphäre 1,4, beste App-Bewertung im Test.
1 €/Monat
1,7
gut
2. Mailbox.org Logo
Einrichtung 0,8 (bester Einzelwert). Support nur mittelmäßig.
1 €/Monat
1,8
gut
3. Web.de Logo
Web.de MailPlus
Bester der großen Anbieter. Werbemails auch im Bezahltarif.
3,99 €/Monat
2,4
gut
4. GMX Logo
GMX ProMail
Knapp „gut“. Schwächen bei App und Einrichtung.
3,99 €/Monat
2,5
gut

Beste kostenlose Tarife

1. GMX Logo
GMX FreeMail
2,6
befr.
2. T-Online Logo
T-Online Freemail
2,7
befr.
3. Web.de Logo
Web.de FreeMail
2,8
befr.

Ebenfalls getestet, nur „befriedigend“

Gmail / Google One Basic Logo Gmail / Google One Basic
Outlook / Microsoft 365 Basic Logo Outlook / Microsoft 365 Basic
Apple iCloud+ Logo Apple iCloud+
Proton Mail Plus Logo Proton Mail Plus
Tuta Free / Revolutionary Logo Tuta Free / Revolutionary
T-Online Mail M Logo T-Online Mail M

Die genauen Noten dieser Tarife veröffentlicht Stiftung Warentest nur kostenpflichtig auf test.de. Wir nennen hier nur Noten, die öffentlich bekannt sind, und schätzen keine.

3. So hat Stiftung Warentest getestet

Der Haupttest lief von Oktober 2025 bis Januar 2026. Die Verschlüsselung prüften die Tester im Februar und März 2026 noch einmal nach. Die Gesamtnote setzt sich aus vier Bereichen zusammen:

Nutzung 45 %
Webmail, Apps, Spam-Filter, Speicher, Anhänge, Alias-Adressen, IMAP/POP3/SMTP
Privatsphäre 30 %
Verschlüsselung, 2FA, Passwortregeln, Datenversand der Apps, Werbung
Support 15 %
Erreichbarkeit und Qualität der Antworten
Einrichtung 10 %
Registrierung und erste Schritte

Bei der Sicherheit orientierten sich die Tester an den Technischen Richtlinien des BSI. Sie prüften, welche Formen der Zwei-Faktor-Authentifizierung es gibt, wie streng die Passwortregeln sind und welche Daten die Apps im Hintergrund senden.

Vier Wochen lang zählten die Tester in eigenen Testkonten die Werbemails der Anbieter. Das trifft vor allem die Gratis-Dienste. Web.de schickte aber sogar im bezahlten MailPlus-Tarif Werbung.

Juristen lasen außerdem die AGB und Datenschutzerklärungen. Mängel dort haben kein eigenes Gewicht in der Note, können sie aber abwerten.

4. Warum Gmail, Outlook & Co. abfallen

Die großen Namen landen im Mittelfeld. Gmail, Google One Basic, Outlook und Microsoft 365 Basic kamen nur auf „befriedigend“. Die Technik ist nicht das Problem. Es hapert an der Privatsphäre, und die zählt fast ein Drittel.

Werbung

Gratis-Postfächer finanzieren sich über Werbung. Laut Datenschutzerklärung werten manche Anbieter dafür Inhalte aus.

US-Recht

Apple, Google und Microsoft können verpflichtet sein, US-Behörden Zugriff auf Konten ausländischer Kunden zu geben.

Speicher

Kostenlose Tarife bieten 1 bis 15 GB. Bezahlte Tarife bieten 2 bis 100 GB.

Auch die Verschlüsselungs-Spezialisten Proton und Tuta schafften kein „gut“. Das überrascht auf den ersten Blick. Bei Tuta kritisiert der Test, dass kein Abruf per IMAP möglich ist. Outlook, Thunderbird und Apple Mail lassen sich damit nicht nutzen. Wer nur die App des Anbieters verwendet, stört sich daran nicht. Für alle anderen fällt Tuta damit aus. Wer kostenlos, werbefrei und mit IMAP mailen will, findet das zum Beispiel bei mail.de FreeMail Zero. Dazu mehr im Tarifvergleich.

Das Fazit ist einfach: 1 € im Monat, also 12 € im Jahr, bringt mehr Datenschutz als jeder Gratis-Dienst im Test.

5. Sichere Alternativen zu Posteo und Mailbox.org

Stiftung Warentest prüfte 10 Anbieter. Mehrere Anbieter mit Datenschutz-Fokus waren nicht dabei. Die folgenden haben also kein Testurteil, sind aber einen Blick wert, wenn Posteo oder Mailbox.org nicht passen. Zum Beispiel, weil Sie ein kostenloses Postfach ohne Werbung wollen.

mail.de Logo
mail.de
Deutschland · ab 0 € · nicht im Test
Zu mail.de →

Der wichtigste Unterschied zu den Testsiegern: Mit FreeMail Zero gibt es mail.de auch kostenlos und ohne Werbung. Bezahltarife starten bei 0,99 € im Monat. Die Server stehen in Deutschland.

  • BSI-Sicherheitskennzeichen
  • BSI Hall of Fame 2025 und 2026
  • Login per Passkey
  • PGP direkt im Webmailer
  • DNSSEC und DANE
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung

Zu unserem mail.de-Testbericht

Mailfence Logo
Mailfence
Belgien · kostenlos mit 200 MB · nicht im Test

Setzt auf OpenPGP und erlaubt eigene Domains. Die Server stehen in Belgien, also in der EU, aber nicht in Deutschland. Der Gratis-Speicher reicht nur zum Ausprobieren.

Einen Vergleich aller sicheren Anbieter mit Preisen und Funktionen finden Sie in unserem Vergleich sicherer E-Mail-Anbieter.

6. Testsieger oder Alternative? Die Tarife im Vergleich

Ein Testsieg heißt nicht, dass ein Anbieter für jeden das beste Paket ist. Die Note mittelt über alles. Wer nur eine Sache wirklich braucht, etwa Outlook-Anbindung oder einen Gratis-Tarif ohne Werbung, kommt woanders manchmal besser weg. Die Tabelle stellt die Einstiegstarife nebeneinander.

Tarif Preis/Monat Speicher IMAP Stiftung Warentest
Posteo Logo Posteo Standard
1 € 4 GB ja 1,7
Mailbox.org Logo Mailbox.org Light
1 € 2 GB ja 1,8
Tuta Logo Tuta Free
0 € 1 GB nein befriedigend
Tuta Logo Tuta Revolutionary
3 € 20 GB nein befriedigend
mail.de Logo mail.de FreeMail Zero
0 € 500 MB ja nicht getestet
mail.de Logo mail.de PureMail
0,99 € 2,5 GB ja nicht getestet

Werbefrei sind alle sechs Tarife. Stand 09/2026, Angaben der Anbieter. Mailbox.org Light gibt es nur mit Jahreszahlung. Tuta Revolutionary kostet 3 € bei Jahreszahlung, sonst 3,60 €.

Posteo bietet für 1 € das rundeste Paket: 4 GB, IMAP und die beste Testnote. Eine eigene Domain geht aber nicht. Mailbox.org Light ist mit 2 GB knapper. Eigene Domain und Office gibt es erst ab dem Standard-Tarif für 3 € bei Jahreszahlung.

Tuta ist der einzige Anbieter in der Tabelle ohne IMAP. Dafür verschlüsselt Tuta Postfach, Kalender und Kontakte komplett. mail.de FreeMail Zero ist der einzige Tarif hier, der kostenlos, werbefrei und mit IMAP kommt. Die Grenzen: 500 MB Speicher, 25 Mails pro Tag und kein Support. Der zweite Gratis-Tarif von mail.de, FreeMail, hat 1 GB, zeigt aber Werbung.

mail.de PureMail ist mit 0,99 € der günstigste Bezahltarif im Vergleich. Er bringt 2,5 GB, Telefon-Support und die mail.de-App mit Kalender und Onlinespeicher. Darüber gibt es drei größere Tarife bis hin zu unbegrenztem Speicher. Ein Testurteil hat mail.de nicht.

Nachhaltigkeit

Posteo läuft mit Ökostrom von Green Planet Energy und führt seine Konten bei Umweltbank und GLS Bank. Tuta nutzt nach eigenen Angaben 100 % erneuerbare Energie. mail.de setzt ebenfalls auf Ökostrom und pflanzt zusätzlich regional Bäume: einen bis drei pro Jahr und Kunde, je nach Tarif ab PlusMail (2,49 €). Stand September 2026 sind es 215.986 Bäume.

7. Welcher Anbieter passt zu Ihnen?

Sie wollen den Testsieger
Posteo für 1 €/Monat. Keine eigene Domain möglich.
Sie wollen später mehr als nur E-Mail
Mailbox.org Light für 1 €/Monat. Größere Tarife bringen Office-Funktionen und eigene Domain.
Sie wollen nichts zahlen, aber keine Werbung
mail.de FreeMail Zero. Nicht im Test, aber werbefrei, mit IMAP und in Deutschland. Nur 500 MB.
Sie wollen es so günstig wie möglich, aber mit Support
mail.de PureMail für 0,99 €/Monat. Nicht im Test.
Sie wollen den besten Gratis-Dienst laut Test
GMX FreeMail (2,6). Mit Werbung.
Sie brauchen eine Adresse für Ihre Firma
Das deckt der Test nicht ab. Siehe Business-E-Mail und E-Mail-Hosting mit eigener Domain.

8. Häufige Fragen zum Stiftung-Warentest-E-Mail-Test

Wer ist Testsieger beim Stiftung-Warentest-E-Mail-Test 2026?
Testsieger ist Posteo mit der Note 1,7, knapp dahinter Mailbox.org mit 1,8. Beide kosten 1 € im Monat. Unter den kostenlosen Diensten lag GMX FreeMail mit 2,6 vorn, gefolgt von T-Online (2,7) und Web.de (2,8).
Welche E-Mail-Anbieter hat Stiftung Warentest getestet?
Getestet wurden 18 Tarife von 10 Anbietern: Apple (iCloud+), GMX, Google (Gmail, Google One Basic), Mailbox.org, Microsoft (Outlook, Microsoft 365 Basic), Posteo, Proton, T-Online, Tuta und Web.de. Acht Tarife waren kostenlos, zehn kostenpflichtig. Der Haupttest lief von Oktober 2025 bis Januar 2026, die Verschlüsselung wurde im Februar und März 2026 nachgeprüft.
Wie hat Stiftung Warentest die E-Mail-Anbieter bewertet?
Die Nutzung zählte 45 %, die Privatsphäre 30 %, der Support 15 % und die Einrichtung 10 %. Zusätzlich prüften Juristen die AGB und Datenschutzerklärungen. Mängel dort gingen nicht mit eigenem Gewicht ein, konnten die Note aber abwerten.
Warum schneiden Gmail und Outlook so schlecht ab?
Gmail, Google One Basic, Outlook und Microsoft 365 Basic kamen nur auf „befriedigend“, vor allem wegen der Privatsphäre. Hinzu kommt: US-Anbieter wie Google, Microsoft und Apple können nach US-Recht verpflichtet sein, US-Behörden Zugriff auf Konten ausländischer Kunden zu geben.
Waren Tuta und Proton im Test?
Ja. Tuta (Free und Revolutionary) und Proton Mail Plus waren im Testfeld, erreichten aber kein „gut“. Stiftung Warentest bemängelte bei Tuta, dass kein Mailabruf per IMAP möglich ist. Wer Outlook, Thunderbird oder Apple Mail nutzen will, ist damit eingeschränkt.
Wurde mail.de von Stiftung Warentest getestet?
Nein. mail.de war im Test 9/2026 nicht dabei. Stiftung Warentest testet immer nur einen Ausschnitt des Marktes. Ein fehlendes Testurteil sagt also weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes über den Anbieter.
Welcher kostenlose, werbefreie E-Mail-Anbieter unterstützt IMAP?
Tuta ist kostenlos und werbefrei, bietet aber kein IMAP. Eine Alternative ist mail.de FreeMail Zero: kostenlos, ohne Werbung und mit IMAP und POP3, dafür nur 500 MB Speicher und 25 Mails pro Tag. mail.de war nicht im Test von Stiftung Warentest.
Sind kostenlose oder kostenpflichtige E-Mail-Anbieter besser?
Im Test ganz klar die kostenpflichtigen: Alle vier Tarife mit „gut“ kosten Geld, alle acht kostenlosen Tarife blieben bei „befriedigend“. Bezahlte Postfächer bieten laut Test 2 bis 100 GB Speicher, kostenlose 1 bis 15 GB.
Welche sicheren Alternativen zu Posteo und Mailbox.org gibt es?
Wer eine Alternative sucht, die nicht im Test war, kann sich mail.de (Deutschland, kostenlos und werbefrei mit FreeMail Zero, BSI-Sicherheitskennzeichen) oder Mailfence (Belgien, OpenPGP, eigene Domain) ansehen. Eine Übersicht bietet unser Vergleich sicherer E-Mail-Anbieter.

Quelle: Stiftung Warentest, test 9/2026, „E-Mail-Anbieter im Vergleich“ (test.de, 2.9.2026), sowie Berichte von Handelsblatt, WinFuture und Posteo. Wir nennen nur öffentlich berichtete Noten. mailvergleich.de steht in keiner Verbindung zu Stiftung Warentest. Links zu mail.de sind Partnerlinks.

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